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25 Jahre Fighter – Ein Schiff hat Jubiläum

Gefeiert wurde das Geburtstagskind im Juli 2011 im Rahmen der jährlichen Trimm- und Trainingswoche - immerhin 26 Schiffe waren beteiligt - mit einer Funregatta - bei 4 Windstärken wurden auf einem Hinderniskurs Plastikenten ausgesetzt, die es galt einzufangen und damit zusammen mit der Einlaufplatzierung Punkte für die abendliche Tombola zu sammeln. Am Abend gab es unter Teilnahme von zahlreichen Gästen die übliche Ehrung des Jubilaren durch den 1. Vorsitzenden in Form eines kurzen Abrisses der Historie, durch Günther Baumgärtner, der über die technische Entwicklung berichtete und durch den Lizenzinhaber Stephan Bode, der über seine Aktivitäten zusammen mit Günther Baumgärtner nach Übernahme der Lizenzen sprach. Zu einem Sommergeburtstag gehört (danke Angelika für Dein Musikgeschenk!) natürlich ein zünftiger Grill und die erwähnte Tombola.

25 Jahre Fighter wären wohl kaum möglich geworden ohne die Arbeit eines Günther Baumgärtner.
Da dieser angegekündigt hatte,  aus gesundheitlichen Gründen seine Aktivitäten weitgehend einschränken zu wollen, dankte ihm der 1. Vorsitzende am Ende des offiziellen Abends  für seine garnicht hoch genug einzuschätzenden Dienste um den Fighter und die Klasse, indem er ihm einen Umschlag überreichte für ein wohlverdientes gemeinsames Wochenende mit seiner Frau und ihr mit einem dicken Blumenstrauß für die viele Geduld dankte, die sie in diesen 25 Jahren mit ihm  - natürlich zugunsten der Klasse - gehabt haben muss.

Danke Günther!
danke Elfriede!


Der Fighter

Er ist in diesem Jahr 25 geworden und ist doch jünger denn je, der Fighter, unser Boot, von der Klasse aufgepäppelt, großgezogen und zum Erfolgsmodell gemacht.
Das Boot, das nicht nur Einhandsegler begeistert, sondern auch einen heißen Ritt im Trapez zulässt oder  gemütliches Segeln mit Hund oder Familie schon bei wenig Wind.

Wenn wir jedoch bei der Wahrheit bleiben wollen, so waren es 2 Leute aus der Klasse, die für diesen Erfolg stehen.
Günther Baumgärtner und Stephan Bode.
Günther Baumgärtner, der sich vom ersten Augenblick an - als seinerzeit die Nummer 3 am Altmühlsee auftauchte - in das Boot vernarrt hatte, er hatte kaum zuvor den Segelschein erworben, und der sich vom ersten Tage an unermüdlich für Verbesserungen eingesetzt hat.

Hermann mit Vorschoter Saskia


Stephan Bode und seine schneeweiße 217
Stephan Bode, der im Jahr 2002 die  Lizenz und die Herstellungsformen  erworben hat - auf eigenes, privates  Risiko - und der durch die enge Zusammenarbeit mit Günther Baumgärtner und dessen Ideen einen Entwicklungsschub zuließ.
Heute ist selbst der ewig grantelnde  und selten zufrieden zu stellende  Franke, Günther Baumgärtner, stolz  auf den technischen Zustand und das  Finishing des Herstellers.

Günther Baumgärtner und die 214

Doch von Anfang an:1985 tauchte Volker Lamprecht mit einem neuen, aber ungewöhnlichen Boot am Altmühlsee auf, das dort sofort Interesse hervorrief, war das Feuchtgebiet der Altmühl – vor Gunzenhausen liegend - doch gerade erst aufgestaut und zu einem schönen aber doch noch sehr flachen Segelgewässer geworden, und das neue Boot hatte aufgrund seiner Kimmkielkonstruktion gerade mal einen Tiefgang von nur 52cm.

Zum ersten Probeschlag fand sich ein weiterer Segler der schon früher gegründeten WAB (Wassersportgemeinschaft Altmühl- Brombachsee e.V.) ein, Oscar Wahnschafft. Beide gehörten später zu den Mitbegründern der Klassenvereinigung.
Obwohl der erste Segelschlag unter dem Gelächter der Zuschauer im Hafen Schlungenhof endete, waren beide doch von den Segeleigenschaften des Fighters mit der Nummer 3 überzeugt. Unterwegs war bei zunehmendem Wind das Ruder gebrochen, und das Groß ließ sich nur zur Hälfte bergen; so erreichte die Crew nur mit Müh und Not den rettenden Hafen, Volker L. mit einem Paddel steuernd und Oscar W. das im Wind schlagende Groß am Baum umarmend.
Schnell waren aber die Schwachstellen, die zu diesem unrühmlichen Ausgang geführt hatten, gefunden, und man beschloss, das Boot am See zu behalten.

Unsere ältesten Fighter:

G1

G2 mit altem Rigg

G2 mit neuem Rigg (Günther Schnell)

1986 war das Jahr der konstruktiven Kritik, des Ausprobierens, des Planens und des Bastelns an Boot, Segeln und Trailer.
Günther Baumgärtner stieß dazu, der nicht nur neue Ideen einbrachte, sondern auch in der Lage war, sie sofort in die Praxis umzusetzen.
So flossen sehr schnell neue Vorschläge in die beginnende Serienfertigung ein, und das Schiff begann den Seglern vom Altmühlsee Spaß zu machen.
Schon 1988 waren es so viele, dass man beschloss, eine Klassenvereinigung zu gründen.
Günther Baumgärtner entwickelte sich sehr schnell zum Spitzensegler und ließ auch die nächsten 20 Jahre nicht nach, neue Ideen einzubringen.
Erst heute zeigt er sich zufrieden, wenn er ein neues Boot begutachtet, mit einer Ausstattung – wie er immer wieder betont, die nicht nur den Regattasegler zufrieden stellen soll, sondern die einfach auf ein Boot gehört, das bei allen Windverhältnissen einhand sicher gesegelt werden soll.

So wie der Fighter sich heutzutage auf der Messe präsentiert, macht er keineswegs den Eindruck eines 25 Jahre alten Schiffes.

Der Altmühlsee wurde und blieb bis heute Schwerpunktrevier der Klassenvereinigung, hierzu trug natürlich auch die enge Beziehung zur WAB bei, allein 4 der 7 Gründungsmitglieder der Klasse kamen aus der WAB.
Bald tummelten sich 20 Fighter allein am Altmühlsee und die WAB trug die ersten Regatten aus. Schnell kamen neue Regattareviere hinzu, und der Fighter fand Verbreitung von Süd bis Nord und darüber hinaus – wenn auch vereinzelt - nach Österreich, in die Schweiz, die Niederlande, Frankreich und sogar nach Chile.

Heute werden Ranglistenregatten an der Müritz, am Steinhuder Meer, an der Sorpetalsperre und am Altmühlsee ausgetragen.
Als sich das Feld der Fightersegler am Altmühlsee aus Altersgründen langsam lichtete, war es Günther Baumgärtner, der die Segler aus ganz Deutschland immer wieder an den See lockte und das bis heute noch tut.
Die einmal jährlich in der 3. Juliwoche durchgeführte Trimm- und Trainingswoche ist beliebter Treff nicht nur für Neulinge, sondern auch für alte Fighterhasen.
Zu reichhaltig ist der Erfahrungsschatz von Baumgärtner, als dass nicht jeder immer wieder davon profitieren könnte.
Der Neuling lernt schnell die Eigenheiten und Macken (ja, natürlich auch die gibt es) seines Schiffes kennen und damit umzugehen, wird eingewiesen in Grundtrimm und Handling, in Regeln und vor allem in sicheres Segeln.
Für die alten Hasen ist die Woche ein beliebter Treffpunkt in familiärer Runde im Seglerheim der WAB und sie profitieren davon, dass der Altmeister gerne seine Kenntnisse über Regattatrimm und Regattataktik sowie sein praktisch technisches Knowhow preisgibt.

36 Fighter trafen sich vor fünf Jahren im Rahmen der Trimm- und Trainings- woche und einer anschlie- ßenden  Funregatta.
Trotz fehlenden Windes ein beachtliches Spektakel.

So nimmt es nicht Wunder, dass sich zunehmend wieder Fighternachwuchs am Altmühlsee einfindet und dort den Liegeplatz einrichtet.
War die Grundidee des Fighter der flotte Einhand-Daysailer, der mit wenig Tiefgang und Kimmkielen auch einmal auf einen flachen Sandstrand auflaufen können sollte (lt. Günter Schnell vom Schluchsee; er segelt heute noch die Nr.2), so gibt es doch keinen Grund, für die Familie zurückzustehen. Auf der Internetseite der Klassenvereinigung  kann man von Törns zu zweit rund Korsika lesen oder von Grado nach Venedig und zurück (nördliche Adria). Auch Dänemark und Rügen waren schon erlebnisreiche Wanderreviere.
Beliebt ist der Fighter bei seinen Eignern wegen der einfachen Handhabung beim Slippen und Trailern; so ergibt sich ohne großen Aufwand die Möglichkeit, selbst am Wochenende neue Reviere kennen zu lernen.

Der alte Hase und Umsteiger aus einer anderen Klasse lernt schnell das Segelerlebnis schätzen, das ihm auf dem rasanten Fighter bei viel Wind auch ohne Vorschoter erhalten bleibt.

Die Fighter-Klassenvereinigung mit heute ca. 140 Mitgliedern ist seit 1998 Einheits- und nach heutiger Definition
DSV-Verbandsklasse.



hwm